Presse-Info-Service
26.02.2009


Einmal die WAPPEN VON HAMBURG steuern…

Fahrstand des berühmten ehemaligen Seebäderschiffes jetzt im Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven


Die WAPPEN VON HAMBURG 2005 vor Cuxhaven (Foto Klaus-Peter Kiedel/DSM).

Bis zur Saison 2006 gehörte die 1965 auf der Howaldtswerft Hamburg gebaute WAPPEN VON HAMBURG zweifellos zu den schönsten Seebäderschiffen, die täglich Helgoland anliefen, und sie war deren größtes. Millionen haben mit dem weißen, eleganten Schiff im Laufe der Jahrzehnte die als „Mini-Kreuzfahrt“ angepriesene Tour zu Deutschlands einziger Hochseeinsel unternommen. Und während sich die Touristen für den Roten Felsen und seine Vögel - oder auch andere Attraktionen - begeisterten, lag die WAPPEN zwischen Düne und Binnenhafen auf Reede und verzauberte, meist zusammen mit der 1962 gebauten HELGOLAND aus Bremerhaven (auch eine ehemalige WAPPEN VON HAMBURG) und der WILHELMSHAVEN, mit ihrem Anblick das Inselerlebnis – und das nicht nur für Ship-Lover.

Doch diese Szenerie gehört der Geschichte an, denn ebenso wie HELGOLAND und WILHELMSHAVEN ist auch die WAPPEN VON HAMBURG inzwischen nicht mehr im Helgolandverkehr tätig. Das Schiff ist verkauft und liegt – entkernt und als unabgeschlossener Umbau MERCATOR II - im Bremerhavener Fischereihafen. Nach den Plänen der neuen Eigentümer soll es später einmal gutbetuchte Touristen durch die Karibik fahren, doch Insider befürchten, dass der Umbau mangels Geld nicht zu Ende geführt werden kann.

Angesichts der Bedeutung und Bekanntheit der WAPPEN VON HAMBURG entschied sich das Deutsche Schiffahrtsmuseum, zumindest einen sehr wichtigen Teil des Schiffes dauerhaft für die Nachwelt zu erhalten und zugänglich zu machen: Der Fahrstand der Schiffsbrücke, von dem aus der Kapitän bzw. der wachhabende Nautiker in all den bewegten Jahrzehnten die rund 1800 Passagiere sicher auf der vielbefahrenen Route durch Elbmündung und Deutsche Bucht führten, ist ab sofort auf der museumseigenen Schiffsbrücke mit Weserblick zu besichtigen und - bei entsprechender Sorgfalt – auch zu berühren. Auf diese Weise eröffnet sich demnächst vielleicht für so manchen Helgoland-Freund oder so manche -Freundin eine willkommene Ergänzung der langjährigen Erlebnisse, indem er – oder sie – nun auch einmal selbst am Steuer des bekannten Schiffes stehen kann.

Das Deutsche Schiffahrtsmuseum freut sich überdies, mit diesem Exponat nicht nur einen typischen noch vollmechanischen Schiffsfahrstand aus der späten Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts zeigen, sondern ihn gleichzeitig auch direkt mit einem modernen Arbeitsplatz der Schiffsführung kontrastieren zu können. Denn neben dem historischen Objekt ist im Museum das von der Firma SAM (Hamburg) gestiftete, aktuelle Geräte-Ensemble RADARPILOT 1100 und CHARTPILOT 1100 mit Radar, elektronischer Seekarte, GPS (Global Positioning System) und AIS (Automatic Identification System) in Funktion zu erleben, das den Besuchern eindrucksvoll zeigt, wie sich Fahrweg und Verkehrssituation heutigen Nautikern darstellen.

Weitergehende Informationen: Dr. Albrecht Sauer/DSM (0471-4820725 oder sauer@dsm.museum)



Fahrstand der WAPPEN VON HAMBURG auf der neuen Schiffsbrücke im DSM (Foto DSM).




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