Handelsflotte 1919-1939 (www.dsm.museum/DBSchiff) Stand 1.7.2007


Die technische Entwicklung der deutschen Handelsflotte in den 1920er und 1930er Jahren -

Ein Internet-Projekt des DSM Beitrag zum DSM-Forschungsschwerpunkt "Die deutsche Schifffahrt in den 1920er und 1930er Jahren im Spannungsfeld von Kontinuitäten, Krisen und Innovation - Visualisierung historischer Prozesse" 


Nach dem Ersten Weltkrieg verlor Deutschland nahezu seine gesamte Seeschiffstonnage. Trotz ungünstiger politischer und ökonomischer Voraussetzungen gelang in den 1920er und 1930er Jahren der Wiederaufbau. 1939 nahmen die deutschen Schiffe mit einer Gesamttonnage von fast 4,5 Mio. Bruttoregistertonnen einen Anteil von 6,5 Prozent an der Welthandelsflotte ein, was dem fünften Rang entsprach. Lediglich Großbritannien und die Vereinigten Staaten hatten weitaus größere Handelsflotten, während Japan und Norwegen nur über wenig mehr Schiffsraum als Deutschland verfügten.

Begleitet wurde der Wiederaufbau von einer Vielzahl technischer Neu- und Weiterentwicklungen. Als ein Beispiel sei die Antriebstechnik angeführt: Neben "klassischen" Kolbendampfmaschinen orderten die Reeder für ihre Neubauten in den 1920er und 1930er Jahren zunehmend moderne (Abdampf-)Turbinenanlagen, Verbrennungs- oder Elektromotoren. Sogar außergewöhnliche Techniken wie die Flettner-Rotoren wurden erprobt.

So vielfältig wie die Entwicklungen bei den Antriebsformen, waren auch die Neuerungen auf den Gebieten der Schiffsformgebung, der Propulsion und der Ausrüstung mit Lade- und Löschanlagen, Rettungseinrichtungen, Kommunikationsmitteln oder nautischen Geräten - um nur einige zu nennen.

Auch zur Bremen, die hier gerade von der Columbuskaje in Bremerhaven
ablegt, gibt es unter www.dsm.museum/DBSchiff bereits einen reich illustrierten
Beitrag. Foto: Hans Engelmeyer / Archiv Deutsches Schiffahrtsmuseum

In einem Projekt, dessen Ergebnisse das DSM im Internet unter der Adresse www.dsm.museum/DBSchiff veröffentlicht, beschreiben Fachleute nun die technische Entwicklung der deutschen Handelsflotte in den 1920er und 1930er Jahren. Unter den Rubriken "Antriebe", "Ausrüstung" und "Schiffsbeschreibungen" liegen die ersten zehn Beiträge vor. Sie beschäftigen sich u. a. mit den konkurrierenden Antriebsystemen, den Kommunikationsmitteln an Bord und beschreiben detailreich Binnen- und Seeschiffstypen, so zum Beispiel Frachtschiffe auf der Elbe und einige der großen Passagierschiffe der damaligen Zeit, wie etwa die BREMEN des Norddeutschen Lloyd und die PATRIA der Hamburg-Amerika Linie. Die Berichte sind mit Fotografien und technischen Zeichnungen aus dem DSM-Archiv reich illustriert. In regelmäßigen Abständen werden weitere Beiträge ergänzt.

Alle Autoren sind Mitglieder des Fachausschusses "Geschichte des Schiffbaus" der Schiffbautechnischen Gesellschaft. Die Koordination und Redaktion liegt in den Händen von DSM-Archivleiter Klaus-Peter Kiedel, der ebenfalls Mitglied des Fachausschusses ist und auch eigene Texte verfasst.

Da die Zielgruppe sowohl Technikhistoriker und Schiffbauer als auch Laienforscher und generell an der Schifffahrtsgeschichte Interessierte umfasst, sind die Beiträge so verfasst, dass sie zwar detailreich, aber verständlich und durch die Illustrationen auch anschaulich sind.