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Mitsegeln auf der GRÖNLAND

 

Die GRÖNLAND als Botschafterin in Berlin

 

Die GRÖNLAND als Botschafterin in Berlin

Logo: Internationaler Museumstag in Berlin

Die GRÖNLAND, das Originalschiff der Ersten Deutschen Nordpolarexpedition, startete am 8. Mai, dem Internationalen Museumstag, zu seiner Reise nach Berlin. Im Herzen der Bundeshauptstadt, am Schiffbauerdamm, zeigte die GRÖNLAND vom 17. bis zum 27. Mai 2005 im Jahr des 30-jährigen Jubiläums der Eröffnung des Deutschen Schiffahrtsmuseums (DSM) und des 25-jährigen Jubiläums der Gründung des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) Flagge für die beiden Forschungseinrichtungen und die Seestadt Bremerhaven.

Das Logbuch der Reise

An dieser Stelle hielt die Crew der GRÖNLAND alle Stationen und Eindrücke der Reise fest. So haben Sie die Möglichkeit, das Schiff und seine Mannschaft auf dem Weg nach Berlin jeden Tag zu begleiten.

Dienstag/Mittwoch, 3./4. Mai 2005:

Die Schlußphase der Vorbereitungen für die Berlin-Reise der Nordischen Jagt GRÖNLAND ist angebrochen. Um ab kommenden Sonntag die zahlreichen Brücken über die Wasserstraßen zwischen Bremerhaven und Berlin mit ihren niedrigen Durchfahrtshöhen passieren zu können, wurde der Mast des Schiffes gezogen und für den Transport nach Berlin vorbereitet.

Freitag, 6. Mai 2005:

Nach der letzten Crewbesprechung am Mittwochabend an Bord des Flaggschiffes der im Museumshafen des Deutschen Schiffahrtsmuseums fest vertäuten Schiffe, der Bark SEUTE DEERN, werden heute an Bord der GRÖNLAND noch kleine Restarbeiten vor der Abreise nach Berlin ausgeführt. So müssen z.B. für die Fahrt auf den Binnengewässern noch ein Topplicht in niedriger Höhe am Beddingbalken montiert und die für die Binnenschiffahrt erforderlichen Signaleinrichtungen angeschlossen werden. Parallel dazu erfolgt die Proviantierung für die Reise.

Sonntag, 8. Mai 2005:

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OB Jörg Schulz (Bildmitte) auf der GRÖNLAND

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Die GRÖNLAND hat losgemacht und beginnt ihre Fahrt

Nach der Verabschiedung durch den Bremerhavener Oberbürgermeister Jörg Schulz begann die Reise der GRÖNLAND zunächst im vertrauten Revier der Seeschiffahrtsstraße Weser. Nach 36 sm wurde um 13.45 in Bremen die Grenze zwischen See- und Binnenschiffahrtsstraße überschritten und damit für die GRÖNLAND die terra incognita der Binnenwasserstraßen erreicht.

Bei durchwachsenen Wetterverhältnissen mit starken Schauern zeigte sich die GRÖNLAND auch auf den Binnenwasserstraße von ihrer besten Seite, und gegen 17.00 wurde schließlich die Schleuse Langwedel erreicht. Für die Crew bedeutete dies auch einen frühen Feierabend, da die Schleusenbetriebszeiten auf der Mittelweser an Sonntagen um 16.00 enden. Nach den vorangegangenen stressigen Tagen der Abschlußvorbereitungen für die Reise eine willkommene Erholung.

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Die GRÖNLAND passiert Bremen

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Auf der Mittelweser zwischen Bremen und Langwedel

Montag, 9. Mai 2005:

Morgens um 6.00 bei Betriebsbeginn mit GRÖNLAND in der Schleuse Langwedel zu Berg geschleust. Die Fahrt verlief während des gesamten Tages problemlos und dank der guten Unterstützung durch die Wasser- und Schiffahrtsverwaltung auch an allen sechs Schleusen der Mittelweser sehr zügig. Für die entgegenkommende Schiffahrt war die GRÖNLAND mit ihren für die Binnenschiffahrt ungewöhnlichen Dimensionen, d.h. 2,20 m Tiefgang bei nicht einmal 20 m Rumpflänge, ein manchmal auf den ersten Blick etwas schwer einzuschätzendes Fahrzeug. Dank guter Kommunikation und wechselseitiger Rücksicht gab es aber auch hier nicht einmal kleinste Schwierigkeiten.

Bei immer wieder einsetzendem starken Regen kam um kurz vor 20.00 schließlich die Mindener Schachtschleuse in Sicht, und auch hier war das Schleusentor erneut bereits geöffnet, als die GRÖNLAND in den unteren Vorhafen kam. Oberhalb der Schleuse mit ihren über 13 m Hubhöhe erreichte die GRÖNLAND den Mittellandkanal und damit den direkten Weg zum Zielhafen Berlin.

Nach Passage der neuen Weserbrücke des Mittellandkanals endete die Tagesetappe gegen 21.00 bei MLK-Km 112 an der Liegestelle Rusbend. Ohne diese neue Weserbrücke wäre das ganze Vorhaben der Berlin-Reise der GRÖNLAND nur über die Elbe möglich gewesen, da die alte Weserbrücke nur für Schiffe bis zu einer Abladetiefe von 2,0 m ausgelegt war.

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Auf der Mittelweser

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Mindener Schachtschleuse

Dienstag, 10. Mai 2005:

Die Fahrt führte die GRÖNLAND auf dem Mittellandkanal vorbei an Hannover bis in den Raum Wolfsburg. Während die Schiffstechnik und das fast 140 Jahre alte Material auch weiterhin keinerlei Probleme bereiten, versagte im Tagesverlauf die modernste Technik (Laptop) ihren Dienst. Durch diesen Totalausfall werden die Tagesberichte bis auf weiteres kürzer ausfallen und müssen ohne aktuelles Bildmaterial auskommen.

Samsag, 14. Mai:

Die letzte Etappe auf dem Weg nach Berlin beginnt um 15 Uhr an der Schleuse in Spandau. Eskortiert von einem Boot der Wasserschutzpolizei fährt die GRÖNLAND gemächlich bis zu ihrem Liegeplatz am Bahnhof Friedrichstraße. Doch mit dem Festmachen gegen 18.30 Uhr ist noch lange kein Feierabend für die neunköpfige Crew. Es wartet noch der kräftezehrende Höhepunkt: Das Setzen des 28 m Mastes. Eine Knochenarbeit trotz des bereitstehenden Kranes. Bei kaltem Dauerregen ist mit klammen Fingern und auf rutschigem Untergrund neben Kraft vor allem auch Konzentration erforderlich.

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Mastsetzen

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Sonntag, 15. Mai:

Gleich am Morgen geht die Arbeit an Deck weiter. Noch immer ist es nasskalt und ausgesprochen ungemütlich. Nur in der Messe ist es warm. Hier haben sich Mitarbeiter von Alfred-Wegener-Institut, Deutschem Schiffahrtsmusem, GRÖNLANDcrew, Helmholtz- und Leibnitz-Gemeinschaft zusammengesetzt um bei "Nordwestradio vor Ort" zu berichten und zu diskutieren. Der Bogen spannt sich von der Beschreibung der Aktion, über die erste deutsche Polarexpedition bis hin zur Polarforschung und zu Fragen der allgemeinen Forschungspolitik.

Am späten Nachmittag kommt dann die Sonne hervor, die die GRÖNLAND in ein gutes Licht setzt und der unermüdlichen Besatzung die Möglichkeit gibt, sich aufzuwärmen.

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Montag, 16. Mai:

Endlich ist es so weit: Bei strahlendem Sonnenschein setzt die GRÖNLAND erstmalig auch in Berlin Segel. Ein Anblick, der viele Neugierige anlockt, die sich über die Aktion und die Polarforschung informieren wollten. Dazu muss aber noch schnell an der Pier die kleine Ausstellung zur historischen und aktuellen Polarforschung aufgebaut werden.

Am späten Nachmittag kommt der Bremerhavener Stadtrat Töpfer mit dem TV Spaden vorbei und bringt der Crew ein Ständchen und beste Turnergrüße.

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Dienstag, 17. Mai 2005:

Heute ist offiziell der erste Tag von "Open Ship". Jetzt, da es richtig losgehen soll, regnet es mal wieder in Strömen. Nachdem der erste Andrang zum Pressgespräch abgeklungen ist, wird es etwas ruhiger auf der GRÖNLAND. Die Besucher, die sich vom Wetter nicht schrecken lassen, zeigen sich immer wieder begeistert von der GRÖNLAND und den Leistungen der ersten deutschen Polarexpedition. Dabei wird mehr als einmal die Hypothese aufgestellt, dass es damals vor Spitzbergen wohl auch nicht kälter gewesen sein dürfte als heute in Berlin. Eine Behauptung, die die Veranstalter von Alfred-Wegener-Institut und Deutschem Schiffahrtsmuseum zwar nachvollziehen, aber definitiv nicht bestätigen können.

Mittwoch, 18. Mai 2005:

Das Wetter ist gut und der Andrang am Schiffbauerdamm groß. Mannschaft und Mitarbeiter der Bremerhavener Forschungsinstitutionen sind gefordert, die vielen großen und kleinen Fragen zu beantworten. Hier nur eine Auswahl der beliebtesten: "Wie sind sie denn überhaupt hierher gekommen?" "Wo ist der Kapitän?" "Kann man auch eine Rundfahrt machen?" "Wie groß ist die Besatzung?" "Und die sind damals wirklich nur gesegelt?"

Fortsetzung folgt...

Donnerstag, 19. Mai 2005:

Eine Delegation des "arctic council" ist zu Gast auf der GRÖNLAND. Die Besucher meist Vertreter indigener Völker interessieren sich insbesondere für die Folgen des Klimawandels für die Bevölkerung der Arktis und die Rolle der Wissenschaft bei der Erforschung dieser Regionen.

Ferner zu Gast: Die erste Gruppe einer Berliner KiTa, die sich von dem wunderbaren Polarschiff gar nicht losreißen kann und der Bremerhavener Delegation so manches Loch in den Bauch fragt.

Freitag, 20. Mai 2005:

Heute ist noch einmal der RBB an Bord mit einer Befragung der Besucher. Mit absolut positivem Resultat: Fast alle Sehleute sind begeistert von der Ausstrahlung der alten Dame GRÖNLAND, vom Engagement der Crew und von der Bremerhavener Forschung. Erneut fast 1000 Besucher sind der Beweis.

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Samstag, 21. Mai 2005:

Großer Besucherandrang auf der GRÖNLAND. Schon lange vor der Öffnung stehen Besucher an, bevor es gegen 10:45 Uhr richtig losgeht. Zunächst herrscht nur Enge an Bord, ab 15 Uhr dann "Sturm und Drang". Die Musiker spielen traditionelle Musik aus ihrer norwegischen Heimat und animierten einige Besucher zu einem kleinen Tänzchen.

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Sonntag, 22. Mai 2005:

Besucherrekord am Sonntag. Rund 1400 Besucher kommen an Bord der GRÖNLAND und genießen das Aktionsprogramm: Die norwegische Musik von Sturm und Drang aus Oslo ebenso wie die Lesung aus dem Expeditionsbericht der ersten deutschen Nordpolarexpedition von Kapitän Carl Koldewey zaubern eine ganz eigene Atmosphäre für Groß und Klein.

Ein voller Erfolg, aber auch viel Arbeit für die Crew und die Mitarbeiter von Deutschem Schiffahrtsmuseum und Alfred-Wegener-Institut.

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Montag, 23. Mai 2005:

Halbzeit der GRÖNLAND-Aktion in Berlin und Zeit, die Vorräte aufzufrischen. Das Bunkerboot bringt frisches Trinkwasser. Mit Ende der Pfingstferien sind auch die ersten Schülergruppen an Bord. Besonders die Alfred-Wegener-Schule aus Berlin nutzt die Gelegenheit, sich über das Schiff und die Polarforschung zu informieren: Von nun an wird jeden Tag eine Schulklasse die GRÖNLAND besuchen.

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Dienstag, 24. Mai 2005:

Heute sind gleich drei "Nachwuchsgruppen" an Bord: Die Youngsters einer nahe gelegenen KiTa, ein Geografie-Grundkurs des Alfred-Wegener-Gymnasiums Neuruppin und Schüler der Alfred-Wegener-Oberschule aus Berlin. Die Beantwortung all der vielen Fragen ist eine echte Herausforderung für Crew und Wissenschaftler. Der sie sich aber gerne stellen.

Obwohl Pfingstferien und Turnerfest mittlerweile beendet sind, finden noch immer über 800 Besucher ihren Weg zur Liegestelle am Schiffbauerdamm.

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Mittwoch, 25. Mai 2005:

Beinahe Routine nach 10 Tagen Liegezeit in Sichtweite des Reichstages: Jager- und Klüversegel werden gesetzt und den Besuchern fachmännisch erläutert.

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Donnerstag, 26. Mai 2005:

Heute geht es heiß her: Beinahe zu heiß. Bei 30 °C nutzen Crew und Besucher jedes kleine Stückchen Schatten. Dennoch kommen auch unter diesen erschwerten Bedingungen fast 700 Besucher an Bord der GRÖNLAND und informieren sich über die historische und aktuelle Polarforschung.

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Freitag, 27. Mai 2005:

Der Bundespräsident hat sich angesagt und mit ihm Stab und Sicherheitspersonal. Um 10 Uhr ist es soweit: Horst Köhler nähert sich mit einem Patrouillenboot der Wasserschutzpolizei und entert das Deck der GRÖNLAND. Herzlich begrüßt durch Mitarbeiter des Deutschen Schiffahrtsmuseums, des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, den Stadtverordnetenvorsteher bremerhavens und die Crew. Auf einem kurzen Rundgang gibt es alles Wissenswerte zum Schiff und zur ersten deutschen Nordpolarexpedition. Anschließend nimmt sich der Bundespräsident Zeit um sich über die historische und aktuelle Polarforschung und damit über die Arbeit von Deutschem Schiffahrtsmuseum und Alfred-Wegener-Institut zu informieren. Der Bundespräsident zeigt sich dabei auch beeindruckt von den Bremerhavener Aktivitäten und dem derzeitigen Strukturwandel in und um Bremerhaven.

Abschließend ist noch Zeit für einen Fototermin mit dem Bundespräsidenten, der sich nach seinem Besuch vor laufender Kamera sehr beeindruckt zeigt.

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Samstag, 28. Mai 2005:

Endspurt in Berlin. Um die kühlen Vormittagsstunden zu nutzen, beginnt der Tag für die Crew noch früher als gewöhnlich. Bei 35°C im Schatten ist das Ziehen des 26 m hohen Mastes alles andere als ein Vergnügen sondern schweißtreibende Schwerstarbeit. Gegen 11 Uhr ist die erste Große Hürde genommen: Mast und Baum sind gut verpackt auf dem Tieflader verstaut, und werden auf den Weg nach Wedel geschickt. Dort soll der Mast am Mittwoch erneut gesetzt werden, damit die GRÖNLAND das letzte Stück des Weges unter vollen Segeln zurücklegen kann. Doch erst einmal geht es auf die Berliner Wasserstraßen: Um 15 Uhr macht die GRÖNLAND los und fährt begleitet von einem Boot der Wasserschutzpolizei Richtung Spandauer Schleuse.

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