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Mitsegeln auf der Grönland

 

Die Grönland als Botschafterin in Berlin

 

Die Geschichte der GRÖNLAND

Die erste deutsche Polarexpedition im Jahre 1868

Lithographie: Die Grönland im Bauzustand 1868

Die Geschichte der GRÖNLAND ist zugleich die Geschichte der Ersten Deutschen Nordpolarexpedition. Ihre Väter waren der Gothaer Geograph August Petermann (1822-1878) und der Kapitän Carl Koldewey (1837-1908).

Bereits zwei Jahre hatte Petermann erfolglos für eine Beteiligung Deutschlands an der Polarforschung geworben, als er 1867 in Bremen endlich Gehör fand. Der Direktor der Bremer Seefahrtsschule Arthur Breusing unterstützte die Pläne Petermanns organisatorisch und stellete ihm mit Koldewey einen erfahrenen Expeditionsleiter zur Seite.

Litho: Die
			Grönland im Eis

Am 9. April des Jahres 1868 stieß Koldewey auf der Suche nach einem geeigneten Schiff im norwegischen Bergen auf eine fast neue Nordische Jagt, die nur noch eisverstärkt und in der Ausrüstung komplettiert werden musste. Er taufte sie auf den Namen GRÖNLAND und verließ mit ihr und 12 Mann Besatzung am 24. Mai 1868 Bergen mit Kurs auf das Nordpolarmeer. Sein Ziel waren die Regionen nördlich des 75. Breitengrades.

Am 4. August 1868 kam er bei 75° N in die Nähe Ostgrönlands, konnte aber die Küste nicht erreichen. Er drehte ab und umrundete am 18. August das Nordkap Spitzbergens. Am 15. September 1868 schließlich erreichte die GRÖNLAND mit einer Breite von 81° 4,5′ N den nördlichsten Punkt, den je ein Schiff ohne Hilfsmaschine erreicht hat.

Nach kurzem Aufenthalt in Bergen kam die GRÖNLAND in den Abendstunden des 9. Oktober in Bremerhaven an, wo Schiff und Besatzung ein triumphaler Empfang bereitet wurde. Die Erkenntnisse, die Koldewey während dieser Expedition gesammelt hatte, waren richtungsweisend für die Entwicklung der deutschen Polarforschung.

Photo: Die
			Grönland auf dem Slip

Trotz ihrer erfolgreichen Expedition war die GRÖNLAND an weiteren Forschungseinsätzen nicht mehr beteiligt. Sie lag in Bremerhaven auf, bis sie 1871 in ihr Herkunftsland Norwegen verkauft wurde. Dort wechselte sie in den folgenden hundert Jahren mehrmals den Besitzer und war als Küstenfrachter und Fischereifahrzeug im Einsatz, bis sie 1970 vom Osloer Kaufmann Egil Björn-Hansen entdeckt wurde. Er wollte die GRÖNLAND erstmals als Museumsschiff an der Norwegischen Küste einsetzen. Sein Plan zerschlug sich als 1972 mit Roald Amundsens Polarfahrzeug GJÖA ein für Norwegen bedeutenderes Exponat erworben wurde.

Im Rahmen eines Chartervertrages gelangte die GRÖNLAND als Attraktion zur Olympia-Ausstellung "Mensch und Meer" nach Kiel und diente dort auch als Kulisse für Film- und Fernsehaufnahmen. Im Januar 1973 schließlich erwarb das Deutsche Schiffahrtsmuseum durch seinem damaligen Direktor Gerd Schlechtriem die GRÖNLAND als Museumsschiff und holte sie so nach Bremerhaven zurück.

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