Deutsches Schiffahrtsmuseum (DSM)
Freilichtmuseum


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Mitten im Zentrum von Bremerhaven erstreckt sich zwischen dem Columbus-Center und der Weserdeichpromenade das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) mit dem Freilichtmuseum sowie dem Museumshafen. Das parkähnliche Gelände mit den maritimen Großobjekten an Land und den zehn Oldtimern der Museumsflotte bildet in Verbindung mit den Schausammlungen des DSM und der historischen maritimen Umgebung ein einzigartiges Ensemble der deutschen Schiffahrtsgeschichte. Der Museumshafen ist der älteste (und namengebende) Hafen der Stadt Bremerhaven, die 1827 von der Freien Hansestadt Bremen an der Mündung der Weser und am nördlichen Geesteufer gegründet wurde. 1830 konnte der heute sog. Alte Hafen mit einer Kammerschleuse eröffnet werden, wodurch Bremen seine Bedeutung als Seehafen und Handelsmetropole wahren konnte. Wechselnde industrielle Nutzung, vor allem für die Hochseefischerei und Fischwirtschaft, ein verheerender Bombenangriff am 18. September 1944 sowie eine teilweise Zuschüttung des ursprünglichen Hafenbeckens mit der Schleuse und der Verlust von vielen Bauten im Verlaufe der letzten Jahrzehnte haben wenig historische Substanz bis heute bewahrt. Der Museumshafen mit dem weltweit letzten hölzernen Handels-Großsegler, der Bark SEUTE DEERN, die seit 1966 hier liegt, war eine der Keimzellen des 1975 eröffneten DSM.

Mit den zehn Fahrzeugen im Museumshafen, vier Schiffen an Land und vielen anderen originalen Großexponaten, die exemplarisch für die deutsche Schiffahrtsgeschichte stehen, bietet das Freilichtmuseum mit der Seewasserstraße Unterweser, der Geestemündung, den aktiven Schiffahrtseinrichtungen sowie den vorhandenen maritimen Denkmälern in unmittelbarer Nähe, wie dem Loschen-Leuchtturm von 1853/55, eine einzigartige Atmosphäre.  Neben dem Windjammer SEUTE DEERN, der auch als Restaurant genutzt wird, dem Feuerschiff ELBE 3, der Segelyacht DIVA, die den Admiral 's Cup errang, sowie dem Haffkahn EMMA gehört die GRÖNLAND, ein Polarexpeditionsschiff von 1867, zu den Schiffen mit Segelantrieb. Die GRÖNLAND ist das zweitälteste heute unter deutscher Handelsflagge registrierte Seeschiff, das von einer freiwilligen Besatzung in Fahrt gehalten wird. Der pommersche Haffkahn EMMA wird ebenfalls als aktives Museumsschiff eingerichtet. Auch der Binnenschlepper HELMUT von 1923 ist im Gegensatz zu dem großen Seebergungsschlepper SEEFALKE und zu dem an Land aufgestellten Hafenschlepper STIER ein fahrtüchtiges Museumsschiff. Die PAUL KOSSEL, ein Beton-Rumpfschiff, das auch als Schlepper gefahren ist, ergänzt die breite Palette der Schleppfahrzeuge im Freilichtmuseum des DSM.

Zu den maschinengetriebenen Fahrzeugen gehört das Schnellboot KRANICH der Bundesmarine, der Walfangdampfer RAU IX von 1939 und das an Land aufgestellte Tragflügelboot WSS 10, ein Versuchsfahrzeug.

Das U-Boot WILHELM BAUER, das einzige heute noch erhaltene Exemplar des Typs XXI, das von einem eigenen Museumsverein betrieben wird, rundet die Vielfalt der Schiffstypen mit den unterschiedlichsten Baumaterialien und Antrieben ab. Der originale Schornstein der OTTO HAHN, des einzigen deutschen Handelsschiffes mit Atomantrieb, beweist die Bandbreite der im Freilichtmuseum präsentierten Exponate zur deutschen Schiffahrtsgeschichte.

Der Handkurbelkran von 1875 vor der Bark SEUTE DEERN, der elektrische Halbportal-Dreh-Wippkran von 1925, der den nördlichen Hafenbereich dominiert, und der Dampf-Rangier-Kran auf Schienen von 1939/40 stellen neben dem modernen Portalhubstapler von 1968 aus der Anfangszeit des Containerumschlags das eindrucksvolle Ensemble der Krane im Museumspark des DSM dar.

Der Leuchtturm des ehemaligen Unterfeuers Sandstedt, der Dampfhammer vom Bremer Vulkan, die Schiffsschraube des Tankers VARICELLA und der historische Wasserstandsanzeiger sind herausragende originale Exponate, die das Freilichtmuseum mit den Relikten des ehemaligen Alten Hafens von Bremerhaven und den umgebenden Schiffahrts- und Hafenbereichen der Stadt verbinden. In einzigartiger Weise sind hier so Vergangenheit und Gegenwart der Schiffahrt zu sehen und zu erleben.


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