Deutsches
Schiffahrtsmuseum
Am 12. März 1938 geboren, studierte Prof. Dr. Detlev Ellmers u.a.
Vor- und Frühgeschichte sowie Kunstgeschichte an den Universitäten
von Kiel und Tübingen. 1968 promovierte er an der Christian-Albrechts-Universität
Kiel mit einer bahnbrechenden Arbeit über die frühmittelalterliche
Handelsschifffahrt in Mittel- und Nordeuropa, die erstmals 1972 als Band
3 der wissenschaftlichen „Schriften des DSM“ erschien. Mit Unterzeichnung
der Stiftungsurkunde des DSM im Frühjahr 1971 wurden auch die Organe
der Stiftung besetzt, so das dreiköpfige Direktorium, an dessen Spitze
zum 31. März 1971 Prof. Dr. Ellmers als Geschäftsführender
Direktor gewählt wurde. Als Archäologe stand zunächst die
Bremer Hansekogge von 1380, deren Aufbau im DSM 1972 begann, im Zentrum
seiner wissenschaftlichen Forschungen. Daneben galt es vor allem, die Ausstellungen
im von Hans Scharoun entworfenen Museumsgebäude zu konzipieren und
einzurichten. Gekrönt wurde diese erste Phase der Arbeit von Prof.
Dr. Ellmers durch die Eröffnung des Ausstellungsbetriebs durch Bundespräsident
Scheel am 5. September 1975.
Die Verabschiedung eines übergreifenden Forschungskonzepts Ende der 1970er Jahre, das im Kern bis heute Bestand hat, ebnete den Weg für den größten wissenschaftspolitischen Erfolg in der Amtszeit von Prof. Dr. Ellmers: die Aufnahme des DSM als sechstes Museum in die sog. Blaue Liste und somit in die gemeinsame Forschungsförderung von Bund und Ländern zum 1. Januar 1980. Das DSM war damit knapp neun Jahre nach seiner Gründung das Nationalmuseum für deutsche Schifffahrtsgeschichte geworden. Seither wurde durch den Wissenschaftsrat zweimal, 1986/87 und 1998/99, überprüft, ob das DSM noch die Voraussetzungen für das Fortbestehen des gesamtstaatlichen wissenschaftspolitischen Interesses an seiner Forschung erfüllt – mit Erfolg. Beide Male wurden die zentrale Rolle des DSM in der schifffahrtsgeschichtlichen Forschungslandschaft Deutschlands und sein bisheriger Status bestätigt.
Auch zuletzt sah sich das DSM und mit ihm sein Geschäftsführender Direktor vor immer neue Herausforderungen gestellt, die allesamt erfolgreich bewältigt wurden und zugleich Höhepunkte im Schaffen von Prof. Dr. Ellmers darstellen: Am 17. Mai 2000 konnte die Bremer Hansekogge von 1380 nach 28 Jahren des Wiederaufbaus und der Konservierung dem Publikum endlich unverhüllt präsentiert werden, und wenige Tage später, am 31. Mai, wurde der Erweiterungsbau des DSM der Öffentlichkeit durch Bundespräsident Rau übergeben, Garant dafür, dass den bisher über 8 Mio. Besuchern des Nationalmuseums noch viele weitere folgen werden.
Als größten finanziellen Kraftakt seiner gesamten 31-jährigen Amtszeit bezeichnet Prof. Dr. Ellmers jedoch die Rettung der Bark „Seute Deern“ von 1919, die von Herbst 2001 an für rund 3 Mio. Euro aufwendig überholt und restauriert werden musste und seit dem 1. März 2002 wieder in neuem Glanz im Museumshafen des DSM zu bewundern ist. Auf die Meisterung dieser schwierigen Aufgabe ist Prof. Dr. Detlev Ellmers denn auch besonders stolz, weil ihm die Bewahrung dieses unverwechselbaren Bremerhavener Wahrzeichens für die Nachwelt immer schon ein auch persönliches Anliegen gewesen ist.
Am Donnerstag, dem 28. März 2002, wird dem Geschäftsführenden
Direktor des DSM, Prof. Dr. Detlev Ellmers, durch Dr. Henning Scherf, Präsident
des Senats der Freien Hansestadt Bremen, die Entlassungsurkunde überreicht.
Die offizielle Verabschiedung von Herrn Prof. Dr. Ellmers durch den Senator
für Inneres, Kultur und Sport des Landes Bremen, Dr. Kuno Böse,
wird im Rahmen der Sitzung des Verwaltungsrates des DSM Mitte 2002 stattfinden.
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des DSM