Foto: D. P. Kleine

Mit der Filmkamera auf den Rahen

Ab dem 21. Juni 2005 täglich historische Filme zur Segelschiffahrt im Deutschen Schiffahrtsmuseum

Drei spektakuläre historische Filme zur Segelschiffahrt werden ab  dem 21. Juni 2005 täglich von 10 bis 18 Uhr im Deutschen Schiffahrtsmuseum gezeigt: Sie wurden auf den Viermastbarken „Peking“ und „Pamir“ gedreht sowie auf dem heute wieder fahrtüchtigen „Lotsenschoner No 5 Elbe“, der 1937 als „Wander Bird“ mit einer Familie an Bord um Kap Horn segelte.

Turnübungen auf dem Telegrafenmast und Sprünge vom Hochrad gehörten zum vorbereitenden Trainingsprogramm von Kapt. Irving Johnson, bevor er seine erste Reise auf einem deutschen Frachtsegler antrat. Mit der Hamburger Viermastbark „Peking“, einem Flying P-Liner der Reederei Laeisz, segelte er im Jahre 1929 um Kap Hoorn zur Westküste Südamerikas. Unterwegs drehte er einen der spektakulärsten Filme zur Frachtsegelschiffahrt überhaupt. Selbst hartgesottene Cap-Horniers beteuerten, so viel Wasser nie auf ihren Reisen erlebt zu haben. Johnsons Film wurde zunächst als Stummfilm produziert, den Johnson nachträglich kommentierte.

Wie die Äffchen bewegten sich die Kinder des Segler-Ehepaars Tompkins in den Segeln. Die umgebaute Yacht „Wander Bird“ war das Zuhause der sechsjährigen Nancy und des 10jährigen Warwick, und daß Kap Hoorn ihnen eher Abenteuer und Faszination denn Schrecken bedeutet, sieht man ihnen an. Ihr Vater, Warwick M. Tompkins, konzentriert sich in seinem Film nicht nur auf die Reise mit seiner Familie, er streift auch die Geschichte der Klipper und anderer Frachtsegler des 19. und 20. Jahrhunderts – und nicht zuletzt wird der Umbau des ehemaligen Lotsenschoners zur Yacht „Wander Bird“ dokumentiert.

Der Segler liegt heute, als „Lotsenschoner No 5 Elbe“ zurückgebaut, in Hamburg. Der Verein Stiftung Maritim holte ihn unlängst aus Kalifornien zurück, um diesen schönen Traditionssegler für Törns mit Touristen und Interessierten zu nutzen.

Viele Ältere können sich noch gut an den Untergang der Viermastbark „Pamir“ im Jahre 1957 erinnern. Die Medien in aller Welt entsetzten sich über diese Schiffskatastrophe, bei der von  86 Mann an Bord, darunter 45 Schiffsjungen, 80 ums Lebens kamen. Zwei Filme gibt es über die „Pamir“. Der erste wurde 1930 vom Journalisten Heinrich Hauser gedreht, der zweite 1952 von W. P. Bloch. Dessen Streifen erregte erst nach dem Untergang der „Pamir“ Aufsehen. Allzu realistisch wird im Film die Arbeit der jungen Kadetten geschildert, ihre Freude am Segeln, ihre noch kindliche Art. 1959 produzierte Heinz Klemme aus Blochs Film in Verbindung mit anderem Material einen Film für die Deutsche Spielfilmgesellschaft, der heute im Historischen Filmarchiv in Hamburg aufbewahrt wird. Vor dem Hintergrund der Katastrophe des Untergangs verfehlen die Aufnahmen Blochs auch heute nicht ihre dramatische Wirkung. Klemme griff in seiner Produktion auf einige Takes von Hauser zurück. Er übernahm z. B. einige Sturmszenen, denn Kameramann Bloch hatte bei Sturm auf der „Pamir“ immer krank in der Koje gelegen, so daß er keine Aufnahmen machen konnte.

Die Filme werden auf zwei Leinwänden zusammen mit weiterem Dokumentationsmaterial über die Filmproduktionen, die Segler und ihre Geschichte vorgestellt. Das Kino wird zunächst bis Ende September zu sehen sein. Wenn die Umgestaltungsarbeiten im Scharoun-Bau beginnen, wird es abgebaut. Die Filme selbst werden jedoch im Rahmen der neuen Ausstellung wieder gezeigt.

Alle Filme sind in gekürzten Versionen zu sehen und dauern jeweils 15 bis 25 Minuten. Die Filme von Tompkins und Johnson werden im Originalton auf Englisch gezeigt. Zusammenfassende Übersetzungen liegen aus.

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