Hansekogge von 1380Deutsches Schiffahrtsmuseum

Walter Lüden – Hamburgs Hafenfotograf Nr. 1

Aufwändige Sonderausstellung mit Fotografien aus dem Hamburger Hafen der fünfziger und sechziger Jahre vom 20. März 2004 bis zum 9. Januar 2005 im Deutschen Schiffahrtsmuseum

Anlässlich seines 50. Geburtstages im Jahr 1964 nannte ihn das Hamburger Abendblatt „Hamburgs Hafenfotograf Nr. 1“. Seine Aufnahmen erschienen in den Tageszeitungen, in Bildbänden und auf den Titelseiten der Fachzeitschriften und waren dabei nahezu unverwechselbar. Kein anderer Fotograf hat es in den fünfziger und sechziger Jahren besser verstanden, die faszinierende Welt der Frachter und Passagierschiffe, Schlepper und Schuten, Seeleute, Stauer und Schiffbauer mit der Kamera einzufangen als Walter Lüden. Nach seinem Tod im Jahr 1996 erwarb das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven rund 12.000 seiner Negative und widmet seinem Werk vom 20. März 2004 bis zum 9. Januar 2005 eine große Sonderausstellung.

Mit den Bildern Walter Lüdens lässt sich die Entwicklung des Hamburger Hafens nach dem Zweiten Weltkrieg und der Wiederaufstieg zu einem der bedeutendsten Welthäfen dokumentieren – von der Wrackräumung über den Neubau von Schuppen und Verkehrswegen, die Modernisierung der Umschlagsgeräte bis hin zu den technischen Fortschritten auf den Werften. Doch Walter Lüden hat als Fotograf weit mehr geleistet: Seine Bilder ziehen den Betrachter in den Bann und lassen ihn die Atmosphäre auf den Kais und Helgen der damaligen Zeit nachempfinden. Denn mit seiner Kamera war Lüden stets mitten im Geschehen.

Die Faszination der Lüdenschen Bilder macht – neben den imposanten Qualmwolken der alten Dampfer und Getreideheber, dem Mastenwald der dicht an dicht liegenden Frachter oder der unglaublichen Zahl von Schleppern, Schuten und Barkassen, die das Wasser der Elbe und der Hafenbecken nicht zur Ruhe kommen ließen – sicherlich auch die Vielzahl der abgebildeten Menschen aus. Fast 50.000 arbeiteten damals auf den Kais und Helgen, in den Schuppen und Konstruktionsbüros, auf Kränen und Hafenfahrzeugen. Lüden zeigt sie auf seinen Fotografien nicht nur bei der Arbeit, sondern auch in einer großen Zahl von Porträts, von denen manche wohl auch unbemerkt entstanden und besonders authentisch wirken.

Für die Ausstellung ist der große Sonderveranstaltungsraum im DSM durch Einbauten in drei Hauptbereiche gegliedert worden, von denen zwei den nach Originalnegativen hergestellten, modernen Großabzügen gewidmet sind, während ein in der Mitte angeordneter, neu geschaffener Raum mit eigener Beleuchtungsanlage der Präsentation der Abzüge dient, die Lüden selbst in den fünfziger Jahren hergestellt hat. Diese „vintage photos“ sind mit Passepartouts versehen und gerahmt worden. Auf den Einsatz von Medien ist – sieht man von einem Beamer ab, der ein Bilder-Potpourri auf eine gemauerte Wand projiziert – bewusst verzichtet worden, um dem Betrachter die Möglichkeit zu geben, sich ohne Ablenkung auf die Fotografien zu konzentrieren. Aus Paletten – Gabelstapler gehörten zu den neuen Errungenschaften des Hamburger Hafens in den fünfziger Jahren – wurden rustikale Sitzgelegenheiten geschaffen, die zum entspannten Schauen einladen.

Konzeption und Gestaltung der Ausstellung besorgten der Bremerhavener Michael Herzog (Herzog Werbung) und Klaus-Peter Kiedel, Leiter des Archivs des DSM. Nach ihren Vorgaben setzten die Technischen Werkstätten des DSM unter der Leitung von Jörg Geier die notwendigen umfangreichen baulichen Maßnahmen um, während die Fotowerkstatt des DSM unter der Leitung von Egbert Laska die Fotoarbeiten ausführte.
 
Natürlich ist die Ausstellung auch zum Anlass genommen worden, ein Buch mit den Fotografien Walter Lüdens herauszugeben. Der Band ist vom Bremer Verlag H.M. Hauschild in aufwändigem Zweifarbendruck produziert worden, um den warmen Ton der Originalabzüge möglichst getreu wiederzugeben. Als Vertriebspartner im Hamburger Raum konnte das Hamburger Abendblatt gewonnen werden. Der großformatige Begleitband „Fazination Hamburger Hafen. Fotografien von Walter Lüden aus den fünfziger Jahren“ von Klaus-Peter Kiedel umfasst 96 Seiten und enthält 137 Abbildungen. Er ist zum Preis von EUR 19,50 im DSM oder über den Buchhandel (ISBN 3-89757-231-1) erhältlich.

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